Die Zahlen stehen hier oben, nicht unten
Die meisten Menschen, die einen kleinen Umzug planen, gehen davon aus, dass ein Umzugsunternehmen für sie zu teuer ist. Diese Annahme stammt aus Angeboten für Vierzimmerwohnungen mit Klavier. Für eine kleine Wohnung sieht die Rechnung anders aus, und wir stellen sie deshalb an den Anfang statt ans Ende.
Der Festpreis beginnt bei 199 € für ein möbliert gemietetes WG-Zimmer. Ein eigenes Zimmer mit Bett und Schrank kostet ab 239 €, eine ganze Einzimmerwohnung bis 35 m² liegt bei 289 €. Darin steckt die Fahrt innerhalb Berlins, das Tragen, das Laden und das Abstellen in der neuen Wohnung. Wer zwei Zimmer hat, liegt bei 389 €. Wer stattdessen lieber nach Stunde rechnet, weil der Umfang schwankt, zahlt für den Transporter mit Fahrer ab 44 € je Stunde, für den LKW mit zwei Umzugshelfern ab 48 € je Stunde. Kräfte ohne Fahrzeug kosten ab 25 € je Stunde. Bei allen Stundensätzen gilt eine Mindestabnahme von zwei Stunden, das ist in der Branche üblich und hat mit dem Anfahrtsweg zu tun.
Was diese Zahlen nicht enthalten, sagen wir genauso deutlich: die Halteverbotszone, den Möbellift, den Abbau einer Küche und das Verpackungsmaterial. Diese Posten stehen einzeln in der Preisliste und tauchen nur auf Ihrer Rechnung auf, wenn Sie sie bestellt haben.
Warum der Festpreis ohne Besichtigung funktioniert
Fast jedes Umzugsunternehmen besteht auf einem Besichtigungstermin, bevor es eine Zahl nennt. Bei einer großen Wohnung ist das sinnvoll, weil dort Dinge stehen, die niemand am Telefon beschreibt: eingebaute Schränke, ein Aquarium, ein Flügel, eine Werkstatt im Keller. Bei einer kleinen Wohnung ist es Überaufwand. Sie verlieren einen halben Nachmittag, wir verlieren eine Fahrt, und am Ende steht dieselbe Zahl auf dem Papier, die auch aus zwei Fotos hervorgegangen wäre.
Eine Einzimmerwohnung hat eine überschaubare Zahl von Möglichkeiten. Es gibt ein Bett, meistens einen Schrank, ein Sofa oder einen Sessel, einen Tisch, ein paar Regale, eine Waschmaschine vielleicht, und dann Kartons. Diese Kombination lässt sich beschreiben, ohne dass jemand im Flur steht. Der Aufwand ist vorhersehbar, also lässt sich auch der Preis vorher festlegen.
Für das Angebot brauchen wir drei Angaben. Erstens zwei Fotos, eines vom Wohnraum und eines von der Stelle, an der die sperrigsten Möbel stehen. Zweitens eine Liste der Möbel, die tatsächlich mitkommen, plus eine grobe Zahl der Kartons. Drittens die Etage an beiden Adressen und die Antwort auf die Frage, ob es einen Aufzug gibt und ob der Wagen vor der Tür halten kann. Mehr nicht.
- Zwei Fotos aus der Wohnung, mit dem Handy aufgenommen
- Liste der Möbel, die mitkommen, und ungefähre Zahl der Kartons
- Etage an der alten und an der neuen Adresse
- Aufzug vorhanden oder nicht, an beiden Adressen
- Wunschtermin und ein Ausweichtermin
Acht bis zwölf Kubikmeter: eine Vorstellung davon, was zusammenkommt
Kubikmeter sind für die meisten Menschen eine leere Einheit. Sie haben noch nie ihren Hausrat gestapelt und wissen deshalb nicht, ob acht viel oder wenig ist. Hier ist die Übersetzung: Eine bewohnte Einzimmerwohnung ergibt in der Regel acht bis zwölf Kubikmeter. Das ist etwa ein halber bis knapp ein voller Transporter, denn unser Transporter fasst 12 m³. Der Festpreis für ein Zimmer rechnet mit rund 15 m³ und hat damit Luft nach oben, weil fast jeder beim Packen unterschätzt, wie viel in Schränken verschwindet.
Wer sich das konkret vorstellen will, rechnet in Kartons. Ein Umzugskarton fasst rund 0,07 m³, hundert Kartons ergeben also etwa sieben Kubikmeter. Eine Einzimmerwohnung kommt selten über fünfzig bis achtzig Kartons hinaus, wenn die Möbel getrennt gerechnet werden. Der Rest sind Bett, Schrank, Sofa, Tisch und Regale, und die machen zusammen noch einmal vier bis sechs Kubikmeter aus.
Diese Rechnung hilft Ihnen auch bei der Frage, ob Sie den Festpreis oder den Stundensatz nehmen sollten. Wer deutlich unter acht Kubikmeter bleibt, fährt mit dem Stundenmodell oft besser. Wer eine volle kleine Wohnung räumt und dazu einen Keller hat, ist mit dem Festpreis sicherer aufgehoben, weil dann niemand auf die Uhr schaut.
Der Preistreiber ist die Treppe, nicht die Strecke
Neu Umziehende fragen fast immer zuerst nach der Entfernung. Ist eine Fahrt quer durch die Stadt teurer als eine in den Nachbarbezirk? Innerhalb Berlins fällt das kaum ins Gewicht. Zwölf Kilometer mehr sind zwanzig Minuten Fahrt, und zwanzig Minuten sind bei einem Stundensatz ab 44 € ein überschaubarer Betrag.
Was den Preis wirklich bewegt, ist die Etage. Jeder Karton, jedes Regalbrett und jede Matratze wird von Hand getragen, und zwar an beiden Adressen. Vierter Stock ohne Aufzug auf der einen Seite und dritter Stock ohne Aufzug auf der anderen bedeutet, dass jedes Teil zweimal durch ein Treppenhaus geht. Das kostet Zeit, und Zeit ist bei einem Umzug die Rechnungseinheit.
Der zweite große Faktor ist die Entfernung zwischen Haustür und Fahrzeug. Wenn der Wagen dreißig Meter weiter in zweiter Reihe steht, weil kein Platz frei war, verlängert sich jeder einzelne Gang. Genau dafür gibt es die Halteverbotszone: ab 89 € für beide Adressen, ab 59 € für eine. Der Antrag braucht mindestens vier Werktage Vorlauf, und bei einem Umzug im vierten Stock rechnet sie sich fast immer, weil sie mehr Tragezeit spart, als sie kostet.
- Etage ohne Aufzug an beiden Adressen: der größte Zeitfaktor
- Abstand vom Fahrzeug zur Haustür: jeder Meter zählt mehrfach
- Enge Treppenhäuser und Wendeltreppen im Altbau
- Sperrige Einzelstücke wie ein Sofa, das zerlegt werden muss
- Fahrstrecke innerhalb Berlins: der kleinste Posten von allen
Wann sich ein Umzugsunternehmen für Sie nicht lohnt
Es gibt Umzüge, für die Sie uns nicht brauchen, und wir sagen das lieber vorher als hinterher. Wenn Sie drei Kisten, ein Regal und eine Matratze bewegen, dann fahren zwei Freunde mit einem Mietwagen günstiger. Ein kleiner Transporter kostet für einen Tag deutlich weniger als unsere Mindestabnahme plus Anfahrt, und in zwei Stunden ist die Sache erledigt.
Genauso: Wenn Sie im Erdgeschoss wohnen, in ein Erdgeschoss ziehen und ohnehin einen Führerschein und zwei kräftige Bekannte haben, ist der eigene Nachmittag die günstigere Lösung. Wir verdienen daran nichts, und Sie hätten sich hinterher geärgert.
Umgekehrt lohnt sich der Anruf, sobald einer dieser Punkte zutrifft: Sie haben niemanden, der mit anpacken kann. Es geht über mehrere Etagen ohne Aufzug. Es sind schwere Einzelstücke dabei, etwa eine Waschmaschine oder ein massives Bett. Sie haben am Umzugstag selbst keine Zeit, weil der alte Vertrag und der neue sich überschneiden. Oder Sie wollen schlicht die Sicherheit, dass am Abend alles drüben ist und niemand mit einem verstauchten Rücken dasteht.
Wenn Sie unsicher sind, welche Seite der Grenze Ihr Umzug ist, schreiben Sie uns die Stückliste. Wir sagen Ihnen ehrlich, ob sich der Auftrag für Sie rechnet. Eine Anfrage, die zu keinem Auftrag führt, ist uns lieber als ein Kunde, der das Gefühl hat, zu viel bezahlt zu haben.