Was ein Studentenumzug kostet
Die ehrliche Antwort zuerst, weil das Budget bei dieser Frage die Hauptrolle spielt. Der Festpreis beginnt innerhalb Berlins bei 199 € für ein möbliert gemietetes WG-Zimmer, ein eigenes Zimmer mit Bett und Schrank kostet ab 239 € und eine ganze Einzimmerwohnung bis 35 m² ab 289 €. Wer weniger hat und nach Stunde rechnen lässt, zahlt für den LKW mit zwei Umzugshelfern ab 48 € je Stunde bei zwei Stunden Mindestabnahme, für den Transporter mit Fahrer ab 44 € je Stunde. Wer den Wagen schon hat und nur Hilfe beim Tragen braucht, bucht Kräfte ohne Fahrzeug ab 25 € je Stunde.
Ein wichtiger Punkt für alle, deren Zeitplan sich nicht nach Bürozeiten richtet: Es gibt bei uns keinen Zuschlag für den Abend und keinen für den Samstag. Der Stundensatz ist an jedem Tag derselbe. Das ist kein Rabatt, sondern schlicht die Preisstruktur. Sie müssen also nicht auf einen Dienstagvormittag ausweichen, um günstig wegzukommen.
Was der Preis nicht enthält, sind Material und Sonderposten. Kartons kosten 0,90 € je Stück und Woche zum Leihen und 1,80 € zum Kaufen. Eine Kleiderbox liegt bei 3,50 € je Stück und Woche. Möbeldecken zum Leihen kosten 2,50 € je Stück und Woche. Das ist überschaubar, sollte aber im Budget stehen, damit die Rechnung am Ende keine Überraschung ist.
Semesterstart ist Hochsaison: Anfang Oktober und Anfang April
Berlin hat mehrere große Hochschulen, und die fangen alle ungefähr gleichzeitig an. Das Wintersemester beginnt Anfang Oktober, das Sommersemester Anfang April. In den zwei Wochen davor ziehen in dieser Stadt sehr viele Menschen gleichzeitig um, und zwar in genau die Wohnungsgröße, um die es hier geht.
Praktisch heißt das: Wer im September nach einem Termin Anfang Oktober fragt, hat noch die Auswahl. Wer eine Woche vorher fragt, nimmt, was frei ist. Dazu kommt der Monatswechsel, denn Mietverträge beginnen fast immer zum Ersten. Der 30. September und der 1. Oktober sind damit die beiden vollsten Tage des Jahres in diesem Geschäft.
Der einfachste Hebel ist deshalb nicht der Preis, sondern der Kalender. Ein Termin am 5. oder am 20. eines Monats ist leichter zu bekommen als der Erste, und ein Wochentag mitten im Monat ist leichter als ein Freitag. Wenn Ihr Mietvertrag Spielraum lässt, nutzen Sie ihn. Wenn nicht, fragen Sie früh an und nennen Sie gleich einen Ausweichtermin.
- Wintersemester: die Wochen vor Anfang Oktober sind am vollsten
- Sommersemester: dasselbe Bild vor Anfang April
- Monatsanfang und Monatsende sind unabhängig davon stark gefragt
- Mitte des Monats und mitten in der Woche ist am meisten frei
- Ausweichtermin gleich mitschicken, das beschleunigt die Zusage
Wohnheim, Pförtner, Aufzug: was vorher zu klären ist
Ein Umzug in ein Studentenwohnheim läuft anders als einer in einen Altbau, weil das Haus Regeln hat und diese Regeln von jemandem durchgesetzt werden. Vieles davon kostet keinen Cent, aber es kostet Zeit, wenn es am Umzugstag auffällt statt vorher.
Klären Sie mit der Verwaltung, ob es feste Zeiten für Anlieferungen gibt und ob ein Aufzug benutzt werden darf. Manche Häuser verlangen, dass der Aufzug für den Umzug reserviert und ausgekleidet wird. Fragen Sie außerdem, ob die Hoftür oder eine Ladezone offen sein muss und wer den Schlüssel dafür hat. In vielen Wohnheimen ist der Pförtner nur zu bestimmten Zeiten besetzt, und ohne ihn stehen Sie vor einer verschlossenen Tür.
Der zweite Punkt betrifft das Zimmer selbst. Wohnheimzimmer sind oft möbliert. Bett, Schrank und Schreibtisch sind dann schon da, und Sie bringen im Grunde nur Kartons, Kleidung und Kleinkram mit. Das ändert den Umfang erheblich, oft auf zwei bis vier Kubikmeter. In diesem Fall ist der Stundensatz fast immer die günstigere Wahl, und wir sagen Ihnen das auch, wenn Sie nach der Pauschale gefragt haben.
Wo sich sparen wirklich lohnt und wo nicht
Der größte Hebel beim Sparen liegt beim Packen, und zwar vollständig in Ihrer Hand. Wenn alles in geschlossenen, beschrifteten Kartons steht, wenn Regale leer und zerlegt sind und wenn das Bett auseinandergebaut ist, bevor der Wagen kommt, dann geht ein Zimmer in zwei Stunden. Wenn wir zwischen halb gefüllten Kisten stehen und warten, wird derselbe Umzug doppelt so teuer.
Der zweite Hebel ist die Menge. Ein Umzug ist der beste Zeitpunkt, um Dinge loszuwerden. Alles, was Sie nicht mitnehmen, müssen Sie nicht tragen, nicht transportieren und nicht neu unterbringen. Was übrig bleibt und nicht mehr gebraucht wird, nehmen wir mit, gerechnet ab 39 € je Kubikmeter.
Wo Sparen sich nicht lohnt: bei der Zahl der Kräfte, wenn schwere Möbel im vierten Stock stehen. Zwei Menschen tragen ein Sofa, eine Person trägt es nicht, und der Versuch endet mit Schrammen im Treppenhaus oder einem verstauchten Rücken. Und es lohnt sich nicht, auf Kartons zu verzichten und Kleidung in Müllsäcken zu transportieren. Säcke reißen, stapeln sich nicht und verlängern jeden Weg.
Kurzfristig umziehen: was dann noch geht
Wohnungszusagen kommen in Berlin manchmal drei Tage vor Einzug. Kurzfristige Termine sind deshalb kein Sonderfall, sondern Alltag, und wir schieben kleine Umzüge oft noch ein, weil sie nur einen halben Tag binden. Einen Aufschlag dafür berechnen wir nicht.
Zwei Dinge lassen sich allerdings nicht beschleunigen. Das erste ist die Halteverbotszone: Sie braucht mindestens vier Werktage Vorlauf, weil das eine behördliche Genehmigung ist. Ohne sie steht der Wagen dort, wo Platz ist, und jeder Gang wird länger. Bei einem Stundensatz zahlen Sie diese Meter mit.
Das zweite ist die Auswahl an Zusammenstellungen. Kurzfristig bekommen Sie das, was frei ist, und nicht unbedingt die Wunschkombination aus LKW und zwei Kräften zur Wunschuhrzeit. Wenn Ihr Umzug klein ist, ist das meist unerheblich. Wenn er einen Möbellift braucht, wird es eng, denn der ist zu Monatswechseln oft ausgebucht.
Unser Rat für alle, die noch keinen Vertrag in der Hand haben: Fragen Sie trotzdem schon an und nennen Sie den ungefähren Zeitraum. Eine Anfrage ist unverbindlich, und wir wissen dann, dass da etwas kommt. Das ist in der ersten Oktoberwoche mehr wert als jede Verhandlung.