Warum vier Wochen für einen kleinen Umzug reichen
In den meisten Checklisten im Netz beginnt die Planung drei Monate vorher. Diese Listen sind für Familien mit Haus, Keller, Dachboden und Kindergartenwechsel geschrieben. Für ein WG-Zimmer oder eine Einzimmerwohnung ist das Überplanung, und Überplanung führt dazu, dass man gar nicht anfängt.
Der Grund ist einfach: Bei einem kleinen Umzug gibt es nur zwei Dinge mit echtem Vorlauf. Das eine ist der Termin beim Bürgeramt, den Sie in Berlin oft Wochen im Voraus buchen müssen. Das andere ist die Halteverbotszone, für die mindestens vier Werktage Vorlauf nötig sind. Alles andere lässt sich in wenigen Tagen erledigen.
Vier Wochen sind trotzdem nicht dasselbe wie vier Tage. Wer erst am Wochenende vorher anfängt, packt in Panik, sortiert nichts aus und schleppt Dinge in die neue Wohnung, die dort niemand haben will. Die Zeit dient vor allem dem Aussortieren, und das ist der Teil, der bares Geld spart.
Der Zeitstrahl, Woche für Woche
Rechnen Sie rückwärts vom Umzugstag. Wenn Sie weniger als vier Wochen haben, ziehen Sie die Punkte zusammen, aber behalten Sie die Reihenfolge bei.
- Vier Wochen vorher: Umzugstermin festlegen und Angebot einholen. Wenn Sie in der Monatsmitte und unter der Woche ziehen können, ist die Auswahl größer als am Monatsletzten. Alte Wohnung kündigen, sofern noch nicht geschehen, und den Übergabetermin mit der Vermieterseite abstimmen.
- Drei Wochen vorher: Kartons besorgen und mit dem Aussortieren beginnen. Alles, was Sie ein Jahr nicht angefasst haben, kommt auf den Prüfstand. Was weg soll, verschenken, verkaufen oder für die Entsorgung stapeln. Parallel Internet, Strom und Nachsendeauftrag anstoßen, denn diese Wechsel brauchen Vorlauf.
- Zwei Wochen vorher: Halteverbotszone beantragen, wenn vor einer der beiden Adressen nie ein Platz frei ist. Termin beim Bürgeramt für die Anmeldung buchen, falls Sie noch keinen haben. Die Wohnungsgeberbestätigung bei der neuen Vermieterseite anfragen, ohne sie geht die Anmeldung nicht.
- Eine Woche vorher: Packen im Ernst. Zuerst alles, was Sie nicht täglich brauchen: Bücher, Winterkleidung, Deko, Küchengeräte. Kartons seitlich beschriften, nicht oben. Am Ende der Woche sollten nur noch Kleidung, Bettzeug und das Nötigste für die letzten Tage offen sein.
- Zwei Tage vorher: Kühlschrank abtauen, Getränke und Snacks für den Umzugstag kaufen, eine Kiste mit dem Wichtigsten für die erste Nacht packen und deutlich beschriften. Ladekabel, Zahnbürste, Bettzeug, Toilettenpapier, Werkzeug.
- Umzugstag: Zählerstände in der alten Wohnung ablesen und fotografieren, Wohnung besenrein hinterlassen, Übergabe mit Protokoll, Schlüssel zählen und übergeben. In der neuen Wohnung ebenfalls Zählerstände notieren.
Aussortieren ist der günstigste Teil des Umzugs
Jeder Kubikmeter, der nicht mitfährt, spart Zeit beim Tragen, Platz im Wagen und am Ende Geld. Bei einem kleinen Umzug ist das der einzige Hebel, der wirklich etwas bewegt, denn an Etagen und Tragweg können Sie nichts ändern.
Gehen Sie raumweise vor, nicht kategorienweise, sonst verlieren Sie den Überblick. Drei Stapel genügen: mitnehmen, weggeben, entsorgen. Der vierte Stapel mit der Aufschrift vielleicht ist der Feind, denn er zieht mit um und steht ein Jahr später unangetastet in der neuen Wohnung.
Was übrig bleibt und weg muss, können wir mitnehmen. Entsorgung nach Aufwand beginnt bei 15 Euro je Stunde, als Entrümpelung bei 39 Euro je Kubikmeter, die Wohnung wird besenrein übergeben. Die Deponiegebühr wird durchgereicht, wir schlagen nichts darauf.
Was Sie parallel erledigen sollten
Diese Punkte hängen nicht am Umzugstag, sondern laufen nebenher. Wer sie vergisst, merkt es erst, wenn Post ausbleibt oder der Strom im neuen Zuhause noch beim alten Anbieter läuft.
- Nachsendeauftrag bei der Post einrichten, damit Rechnungen und Behördenpost ankommen
- Strom und Gas ummelden oder wechseln, Zählerstände beider Wohnungen notieren
- Internetanschluss anmelden, das ist der Punkt mit dem längsten Vorlauf
- Adresse ändern bei Bank, Versicherung, Arbeitgeber, Krankenkasse und Onlinediensten
- Bei Studierenden: Adresse bei der Hochschule und beim Studierendenwerk aktualisieren
- Haustürschlüssel und Briefkastenschild klären, oft macht das die Hausverwaltung
Der Umzugstag selbst
Planen Sie den Tag als Arbeitstag ein, nicht als Nebenbeschäftigung. Wer morgens noch packt, während die Kräfte tragen, verlängert den Einsatz und zahlt bei Stundenabrechnung dafür. Alles sollte verpackt, verschlossen und stapelbar bereitstehen, wenn es klingelt.
Halten Sie die Wege frei: Flur leer, Türen offen oder ausgehängt, Teppiche zur Seite. Wenn eine Halteverbotszone eingerichtet ist, prüfen Sie am Vorabend, ob die Schilder stehen und ob jemand trotzdem geparkt hat. Je früher das auffällt, desto eher lässt es sich klären.
Sorgen Sie für Getränke und eine Pause, das ist keine Höflichkeitsfloskel, sondern hält das Tempo oben. Und behalten Sie eine Tasche bei sich, in der Ausweis, Verträge, Schlüssel und Ladekabel liegen. Diese Tasche kommt nicht in den Wagen.
Die ersten Tage in der neuen Wohnung
Bauen Sie zuerst das Bett auf, bevor irgendetwas anderes passiert. Wer nach zwölf Stunden Umzug noch Schrauben sucht, macht sich den Abend kaputt. Danach Küche und Bad, das ist der Rest, den man am ersten Tag wirklich braucht.
Kartons müssen nicht sofort alle leer sein. Sinnvoller ist es, raumweise auszupacken und die leeren Kartons sofort zu falten, sonst wächst der Stapel in der Mitte des Zimmers. Geliehene Kartons holen wir nach dem Umzug wieder ab, sie kosten 0,90 Euro je Stück und Woche, Sie zahlen also nur die Zeit, in der Sie sie brauchen.
Zur Anmeldung: Sie ist in der Regel innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug vorgesehen, und der Termin beim Bürgeramt ist oft der Engpass. Deshalb steht er im Zeitstrahl weit oben und nicht am Ende. Details dazu stehen auf der Seite zum Wohnsitz ummelden.